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Spotlight on Castelnuovo-Tedesco Spotlight on Castelnuovo-Tedesco

Posted by Ricordi 14 Februar 2017 Mario Castelnuovo-Tedesco wurde am 2. April 1895 in Florenz in eine jüdische Familie geboren. Er studierte Komposition bei Ildebrando Pizzetti und weckte schnell die Aufmerksamkeit von Alfredo Casella, der ihn intensiv unterstützte. Castenuovo-Tedesco war ein sehr vielseitiger und produktiver Komponist. Der Einfluss seines Lehrers Pizzetti ist in seinem Schaffen deutlich zu erkennen. In seiner Musik verbindet sich melodisches Raffinement mit neoromantischer Expressivität und der Eleganz der französischen Musik. Vor allem der Einfluss Ravels ist deutlich zu hören. Zudem integriert er in seine Kompositionen moderne Tanzformen wie Foxtrott und Blues.

Seine Musik wurde 1922 bei dem ersten Festival für moderne Musik in Salzburg aufgeführt. Später wurden seine Kompositionen im Rahmen der Biennale in Venedig, an der Scala in Mailand, in Deutschland und in den USA gespielt. Sein Oeuvre umfasst zahlreiche Werke für Klavier solo, aber auch Konzerte, Kantaten und Opern. Zudem komponierte er elf symphonische Ouvertüren zu Werken von Shakespeare.

Die jüdische Kultur war für Castelnuovo-Tedesco eine wichtige Inspirationsquelle. Dieser zeigt sich am deutlichsten in seinem Violinkonzert Nr. 2 (Der Prophet). Das Werk ist Jascha Heifetz gewidmet und wurde 1933 von diesem in New York unter Artura Toscanini uraufgeführt. Der italienische Dirigent schätze Castelnuovo-Tedesco sehr und dirigierte auch die Uraufführungen von The Winter’s Tale (Wien, 1935) und A Midsummer Night’s Dream (1940).

Aus Castelnuovo-Tedescos Treffen mit Andrés Segovia 1932 in Wien entstand das Konzert für Gitarre und Orchester, das erste seiner mehr als hundert Werke für Gitarre. Tatsächlich was Castelnuovo-Tedesco einer der produktivsten Komponisten für Gitarrenwerke im gesamte 20. Jahrhundert. 1938 verließ er Italien, wo er wegen seiner jüdischen Herkunft verfolgt wurde, und floh nach Amerika. 1940 siedelte er nach Los Angeles über. Dank Toscaninia und Heifetzs Unterstützung wurde er von den Filmstudios Metro-Goldwyn-Mayer unter Vertrag genommen. 1946 erwarb er schließlich die amerikanische Staatsangehörigkeit. Zu diesem Zeitpunkt begann er auch Harmonie und Komposition an der Universität von Los Angeles zu lehren. Zu seinen Studenten zählen u. a. André Previn, Henry Mancini, Jerry Goldsmith und John Williams.

1958 gewann er für seine Oper The Merchant of Venice den renommierten Campari Wettbewerb der Scala ,obwohl sie dort noch nie aufgeführt wurde. Die Uraufführung fand schließlich 1961 in Florenz statt und wurde zu einem sensationellen Erfolg.

Castelnuovo-Tedesco starb am 17. März 1968 in Los Angeles.

AUSGEWÄHLTE WERKE


Violinkonzert Nr. 2 (Der Prophet) (1929)
Uraufführung: New York, April 1933
Besetzung: 2.3.2.2 - 4.3.3.0 - Pk. Schlzg. Klav. Hrf -  Streicher
Dauer: 35'
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The Merchant of Venice (1933)
Ouvertüre zu Shakespeares Stück für Orchester  
Uraufführung: Turin, Januar 1935
Besetzung: 4.3.4.3 - 4.3.3.1 - Pk. Schlzg. Klav. 2 Hrf -  Streicher
Dauer: 13'
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Twelfth Night (1933) 
Ouvertüre zu Shakespeares Stück für Orchester
Uraufführung: Rom, Januar 1935
Besetzung: 2.3.3.2 - 4.3.2.0 - Pk. Schlzg. Xyl. Hand Bells / Cel. Cmp. Hrf -  Streicher
Dauer: 9''
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The Winter’s Tale (1935)
Ouvertüre zu Shakespeares Stück für Orchester  
Uraufführung: Wien, Dezember 1935
Besetzung: 3.3.3.2 - 4.3.3.0 - Pk. Schlzg. Xyl. Hand Bells Cel. Cmp. Hrf -  Streicher
Dauer: 15'
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The Taming of the Shrew (1930)
Ouvertüre zu Shakespeares Stück für Orchester  
Uraufführung: Florenz, Februar1931
Besetzung: 2.2.2.2 - 4.2.1.0 - Pk. Schlzg. Xyl. Hand Bells Klav Hrf -  Streicher
Dauer: 9'
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Photo: Mario Castelnuovo-Tedesco's heirs