Giacomo Meyerbeer: Semiramide

Meyerbeer Critical Edition

Edited by Marco Beghelli and Stefano Piana

Dramma per musica in due atti
Libretto: Pietro Metastasio (in Italian)
World premiere: 03.02.1819,Turin


“Meyerbeers Opern werden zu den größten Werken der italienischen Musikgeschichte gehören, ungeachtet der Tatsache, dass der Komponist kein Italiener ist.”
—Gazetta di Milano, 16.2.1819


Synopsis

Nach dem Tod des Königs von Assyrien hätte der Thron an dessen mit Semiramide gezeugten Sohn Nino gehen sollen. Da dieser jedoch zu schwach und unfähig erschien, nahm Semiramide dessen Identität und die Herrschaft an. Prinzessin Tamiri soll einen Ehemann wählen. Unter den Bewerbern sind Semiramides Bruder Mirteo, ihr früherer Geliebter Scitalce und dessen Freund Sibari. Dieser erkennt Semiramide trotz ihrer Verkleidung und obwohl er sie für tot hielt, nachdem Scitalce sie einst wegen eines von Sibari erfundenen Verdachts auf Untreue in den Fluss werfen ließ. Trotzdem liebt Semiramide Scitalce immer noch und verhindert, dass Prinzessin Tamiri ihn als Ehemann wählt. Semiramide enttarnt sich, prangert Sibari öffentlich an, begnadigt Scitalce und heiratet ihn, während sich Tamiri mit Mirteo vermählt.

Genesis

Meyerbeers zweite italienische Oper, komponiert für Turin, geht zurück auf Metastasios Semiramide riconosciuta (Die wiedererkannte Semiramis), einen der im 18. Jahrhundert meistvertonten Operntexte. In Turin pflegte man damals – es waren die Jahre der Restauration – den Rückbezug auf die alte Opera seria als regionalen Sonderweg. Dabei ging es um die Aura des Sujets. Die verwickelte Intrigenhandlung des Originals um die sagenumwobene babylonische Königin wurde massiv gekürzt und der aktuellen rossinischen Gesangsoper angepasst. Sehr interessant ist die Introduktion, die mit dem Auftritt der Protagonistin (die üblicherweise erst später mit einer Arie eingeführt wird) einen neuen Typus der Großszene repräsentiert, der mit dem Namen des Komponisten verbunden wurde („Introduzione alla Meyerbeer“).

Critical edition

  • Schon zu Beginn dieses Jahrhunderts galt die Partitur im 2. Weltkrieg als verschollen. Eine unbekannte Manuskriptkopie, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts direkt von der autographen Partitur Meyerbeers in Berlin angefertigt wurde, ist kürzlich in der Library of Congress, Washington D.C., erschienen.
  • Mit Hilfe des Original-Librettos und einiger genauer Beschreibungen in den Rezensionen dieser Zeit war es möglich, die gesamte Musik der Uraufführung wiederzufinden.
  • Außerdem konnte die Partitur mit der richtigen Ouvertüre versehen werden (die in der wiedergefundenen Quelle fehlt): Sie war der vorherigen Oper Romilda e Costanza entliehen worden.


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Sinfonia
2.2.ca.2.2 - 4.2.1.0 - timp.perc - hp - str 
6’

1. Act No. 2 Cavatina des Scitalce Sperai su questa sponda
A - 2.2.2.2 - 2.0.0.0 - str 
4’

1. Act No. 5 Canzonetta con Variazioni, Semiramide Più non si tardi
S.Chr - 2.2.2.2 - 4.2.1.0 - hp - str 
5’

2. Act No. 9 Aria des Isrcano No, No son vinto ancora
T.Chr - 2.2.2.2 - 4.0.0.0 - str 
4’