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Fett von Enno Poppe - UA mit Susanna Mälkki

Fett von Enno Poppe - UA mit Susanna Mälkki

Am 10. Mai kam Enno Poppes neues Orchesterwerk Fett in einem Konzert des Helsinki Philharmonic unter Susanna Mälkki zur Uraufführung. Als gemeinsamer Auftrag mit musica viva sowie dem Los Angeles Philharmonic erkundet das Werk eine neue Form der mikrotonalen Akkord- und Harmoniebildung. Wie genau er dabei vorgegangen ist, erklärt Poppe in einem Interview im Vorfeld des Konzerts:

Interview mit Enno Poppe


Fett (2018-2019)

für Orchester
4.4.4.4 - 4.4.4.0 - 14.12.10.8.6 (min)
Uraufführung: Helsinki, 10.05.2019
Dauer: 25’

Aufführungen

10.05.2019 (UA)
Helsinki Philharmonic Orchestra, Susanna Mälkki,
Musiikkitalo, Helsinki

05.07.2019 (EA)
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Susanna Mälkki,
musica viva, Herkulessaal der Residenz, Munich

tba (EA)
Los Angeles Philharmonic, Susanna Mälkki
Los Angeles

Picture of Enno Poppe and Susanna Mälkki
Enno Poppe mit Susanna Mälkki bei der Uraufführung von Fett, 2019


Den Konzertabend, an dem außerdem Werke von Sibelius sowie Szymanowski erklangen (Szymanowskis erstes Violinkonzert präsentiert von Christian Tetzlaff), eröffnete Enno Poppe gemeinsam mit Susanna Mälkki mit einer Einführung zu seinem neuen Werk, das für ihn vor allem eines deutlich macht: Dass „in den falschen Dingen möglicherweise viel mehr Schönheit steckt als in jenen, die normalerweise als richtig empfundenen werden“.

Konzertvideo mit Einführung von Enno Poppe und Susanna Mälkki ansehen

Pressezitat

Fett, der Name von Poppes Stück, ist zugleich unverständlich wie auch inspirierend, so wie viele weitere seiner Titel, zum Beispiel Holz, Filz, Brot oder Salz. Das ausschließlich aus mikrotonalen Akkorden bestehende Stück lässt an die erste Klangfarbenmusik der Geschichte denken, das Dritte Stück Farben aus Schönbergs Fünf Orchesterstücke, in welchem derselbe Akkord immer neue Klangfarben bekommt während er durch die Instrumente wandert. Poppes sich stetig ändernde Akkorde erschaffen endlos neue Farben, sogar soweit, dass sie sich anhören wie Schlaginstrumente oder Elektronik, obwohl diese im Stück nicht vorkommen. Die Dramaturgie ist wie bei Lutoslawski, abwartend-entladend. Wenn die Akkordwechsel drohen gefühlvoll zu werden, erscheinen im Stück schnellere Texturen, melodieartige Linien und langsam ansteigend ein furios abrupt eintretendes Ende.
Helsingin Sanomat, 11.05.2019

Partitur von Fett







Photo: Giorgio Bertozzi