Haas, Georg Friedrich

Zugabe (2015)
für Orchester
2.2.2.2 – 2.2.0.0 – Pk – Streicher
UA: 13.05.2016, Bamberg
Interpreten: Bamberger Symphoniker / Kah Chun Wong (Dirigent)
Auftraggeber: Bamberger Symphoniker
Dauer: 3'

3 Stücke für Mollena (2015/2016)
für Chor und Kammerorchester
2Klar, 2Pos, Akk – Streicher (6.5.4.4.2)
UA: 17.3.2016, Prinzregententheater München       
Interpreten: RIAS Kammerchor / Münchener Kammerorchester / Alexander Liebreich (Dirigent)
Auftraggeber: RIAS Kammerchor, Münchener Kammerorchester
Dauer: 30'

Konzert für Posaune und Orchester (2016)
2.picc.2..2.Bkl.2.Kfg – 4.3.3.1 – Pk.2perc.hp – Streicher (12.10.8.8.6)
UA: 16.10.2016, Baarsporthalle, Donaueschingen (Donaueschinger Musiktage 2016)
Auftraggeber: SWR, Wien Modern, Wiener Konzerthaus, ORF Radio-Symphonieorchester Wien, Sinfonieorchester Basel, gefördert durch die Ernst von Siemens Musikstiftung
Interpreten: SWR Symphonieorchester / Alejo Pérez (Dirigent) / Mike Svoboda (Posaune)
Dauer: 25'
Aufnahme, Partitur, Werktext, Pressestimmen

9. Streichquartett (2016)
2 Vl, Vla, Vc
UA: 12.11.2016, Konzerthaus Wien
Interpret: JACK Quartet
Auftraggeber: Wien Modern, Wiener Konzerthaus, gefördert durch die Ernst von Siemens Musikstiftung
Dauer: 35'-40'

10. Streichquartett (2016)
2 Vl, Vla, Vc
UA: 19.11.2016, St Paul’s Hall, Huddersfield (Huddersfield Contemporary Music Festival)
Interpret: Arditti Quartet
Auftraggeber: Huddersfield Contemporary Music Festival
Dauer: 35'-40'

Release (2016)
Streicher: 6.6.4.4.2 (mit je umgestimmten Zweitinstrument), Harfe (mit 2 mikrotonal umgestimmten Harfen, eventuell noch einer dritten, traditionell gestimmten Harfe), Klavier
UA: 12.01.2017, Eröffnungskonzert des Kleinen Saals der Elbphilharmonie Hamburg
Interpret: Ensemble Resonanz / Emilio Pomàrico (Dirigent)
Auftraggeber: Ensemble Resonanz für die Eröffnung der Elbphilharmonie Hamburg, finanziert durch die Ernst von Siemens Musikstiftung
Dauer: 25'
Aufnahme, Partitur, Werktext, Pressestimmen

ein kleines symphonisches Gedicht  für Wolfgang (2017)
für Orchester
3.2.2.2.Kfg – 2.2.3.0 – Pk – Streicher
UA: 25.08.2017, Berlin
Auftraggeber: Berliner Philharmoniker
Interpreten: Berliner Philharmoniker / Sir Simon Rattle (Dirigent)
Dauer: 6‘

2. Konzert für Violine und Orchester (2017)
2.2.2.2.Kfg – 4.2.2.1 – Pk.2perc – hp – Akk – Streicher
UA: 07.09.2017, Suntory Hall, Tokio
Interpreten: Tokyo Symphony Orchestra / Ilan Volkov (Dirigent), Miranda Cuckson (Violine)
Dauer: 25’

„Schon früh war mir zweierlei bewusst: Die zwölf Töne, die ein Klavier pro Oktave aufweist, sind mir zu wenig. Ich brauche engere Intervalle, feinere Abstufungen. Und ich will Ausdruck komponieren, emotionale Musik, die berührt und ergreift“, sagt Georg Friedrich Haas über sein Schaffen. Nach wie vor werden die Werke des ausgewiesenen Kenners mikrotonaler Konzepte von Komponisten wie Wyschnegradsky, Hába, Nono und Grisey oft über ihre mikrotonalen Elemente beschrieben. Eine bestimmte Technik kann für ihn jedoch nur Mittel zum Zweck sein: „Ich habe kein Vertrauen in Beziehungen, die sich nur durch den Notentext und nicht durch die unmittelbare sinnliche Wahrnehmung erschließen“, erklärt er und verwehrt sich gegen eine von der Musik ablenkende Einordnung in kompositionstechnische Schubladen.

1953 geboren und aufgewachsen in einem Bergdorf in Vorarlberg wurde Georg Friedrich Haas bereits in der Schulzeit durch seinen Musiklehrer, den Komponisten Gerold Amann, mit neuer Musik konfrontiert. Inzwischen bewegt sich der 2013 zum Professor für Komposition an der Columbia University New York berufene Komponist geografisch zwischen zwei Polen. Er sieht sich durch seine Lehrer Gösta Neuwirth, Ivan Eröd und insbesondere Friedrich Cerha eingebunden in die Tradition der Wiener Schule und nutzt gleichzeitig die ästhetische Freiheit amerikanischer Komponisten wie Charles Ives, John Cage oder James Tenney als wichtigen Orientierungspunkt für einen musikalischen Ausdruck jenseits jeglicher Ideologien.

Mit einer ersten Kammeroper erregte Georg Friedrich Haas 1996 großes Aufsehen: Nacht wurde, ebenso wie später die zweite Kammeroper Die schöne Wunde, bei den Bregenzer Festspielen zur Uraufführung gebracht. Seitdem hat der Komponist drei weitere Opern geschaffen. Melancholia - nach einem Libretto von Jon Fosse - wurde 2008 an der Opéra National de Paris uraufgeführt und anschließend an mehreren Opernhäusern gespielt. Bluthaus (2011) und Thomas (2013), mit Texten von Händl Klaus, widmen sich existenziellen Themen und wurden beide, von Publikum und Kritik lebhaft diskutiert, im Rahmen der Schwetzinger SWR Festspiele aus der Taufe gehoben.

Georg Friedrich Haas‘ wohl meistgespieltes Werk ist sein Ensemblestück in vain, (UA 2000, Klangforum Wien) das teilweise in völliger Dunkelheit aufzuführen ist. 2010 begeisterte bei den Donaueschinger Musiktagen limited appoximations für 6 Klaviere im Vierteltonabstand und Orchester. Das Werk wurde vom SWR Sinfonieorchester unter Sylvain Cambreling uraufgeführt und gehört inzwischen zum festen Repertoire des Orchesters. Viele weitere bedeutende Symphonieorchester haben Werke von Georg Friedrich Haas zur Uraufführung gebracht, darunter das Mozarteum Orchester Salzburg (Sieben Klangräume, 2005), das Cleveland Orchestra (Poème, 2006), die Münchner Philharmoniker (Bruchstück, 2007), das RSO Wien (Klavierkonzert, 2007), das WDR Sinfonieorchester (Saxophonkonzert, 2008), das Gewandhausorchester Leipzig (Traum in des Sommers Nacht, 2009) und das Münchener Kammerorchester (chants oubliés, 2011; amerikanische EA durch das Los Angeles Philharmonic). Höhepunkte der letzte Jahre waren die Uraufführungen von dark dreams mit den Berliner Philharmonikern unter Sir Simon Rattle (die US-Premiere folgte Anfang Oktober 2014 in der Carnegie Hall), sowie vom concerto grosso Nr. 1 für vier Alphörner und Orchester (hornroh modern alphorn quartet, Symphoniorchester des BR, Susanna Mällki) und vom concerto grosso Nr. 2 für Ensemble und Orchester (BBC Scottish Symphony Orchestra unter Ilan Volkov) sowie in der vergangenen Saison die Uraufführung seines 8. Streichquartetts durch das JACK Quartet und ein Komponistenschwerpunkt bei Wien Modern, wo u.a. das Arditti Quartet seine sämtlichen Streichquartette spielte.

Die Saison 2015/16 steht im Zeichen neuer Opernkompositionen. Morgen und Abend, entstanden nach einem Libretto von Jon Fosse, wird im November am Royal Opera House Covent Garden in London unter der Leitung von Michael Boder uraufgeführt. Im Frühjahr wird die Produktion erneut an der Deutschen Oper Berlin gezeigt. Auch im Rahmen der Schwetzinger SWR Festspiele wird eine neue Oper zu Gehör kommen: Die Zusammenarbeit mit dem Librettisten Händl Klaus wird in diesem dritten Projekt fortgeführt, das somit die Schwetzinger Trilogie komplettiert. Bei den Donaueschinger Musiktagen kommt zudem ein Posaunenoktett zur Uraufführung, und auch der RIAS Kammerchor und das Münchner Kammerorchester heben ein neues Werk aus der Taufe.

Georg Friedrich Haas wurde für seine Werke mit zahlreichen Kompositionspreisen sowie 2007 mit dem Großen Österreichischen Staatspreis ausgezeichnet. Er ist er Mitglied des Österreichischen Kunstsenats, der Akademie der Künste Berlin (2012) und der Bayerischen Akademie der schönen Künste (2015).
Ausgewählte Komponisten
A
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